| "Schreibabys" ( der Lesestoff soll keinesfalls den Arztbesuch ersetzen ) |
Etwa 20% aller Säuglinge sind sogenannte Schreibabys. Kennzeichen : jünger als 3 Monate; schreit mehr als 3 Stunden täglich, an 3 Tagen in der Woche und länger als 3 Wochen.
Für diese Unruhezustände hat sich auch der Begriff "Drei-Monats-Kolik" eingebürgert, obwohl ca. 90%
dieser "Nerventöter" ohne organisches Leiden krakeelen.
Sie haben eben ein schwieriges Temperament, sind sensibel, unruhig, leicht zu irritieren und leider
auch schwer zu beruhigen. Im späteren Alter sind einige hyperaktiv, bekommen mehr Wutanfälle
und haben Schlafprobleme.
Aggressiver als ihre Altersgenossen sind sie i.d.R. nicht !
Das Schreien des Kindes hat nichts mit komplizierten Eltern zu tun, kann aber die Beziehung
stören. Eltern verlieren an Selbstvertrauen und haben Schuldgefühle. Kindesmißhandlungen
nehmen zu, häufig wird das Kind sogar abgelehnt. Der Schrei ist ein Schrei nach Zuwendung !
Es gibt in einigen Kinderkliniken spezielle Beratungssprechstunden für diese Problemkinder.
An dieser Stelle können nur einige allgemeine Ratschläge gegeben werden :
- ruhigen entspannten Körperkontakt bieten, evtl. ein Tragetuch
- klarer Tagesablauf mit festen Ess- und Spielzeiten
- wiederkehrendes Einschlafritual
- Eventuell zur eigenen Entlastung stundenweise das Kind "verborgen"
Komplett diesem Thema widmet sich die Website www.trostreich.de
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Baby´s Unruhe
Auch wenn Ihr Baby kein "Schreibaby" ist, wird es mehrere unruhige Phasen bieten, die ebenfalls nervenaufreibend sein können.
In den ersten Lebenswochen ist das Schreien des Neugeborenen noch ziemlich undifferenziert. Um so wichtiger ist es für die Eltern, der Ursache des Schreiens sofort auf den Grund zu gehen. Erst nach einigen Wochen kann das Kind unterschiedliche Schreirufe wie meckern, jammern, wimmern oder quengeln verkünden. Die Eltern müssen also mit der Zeit lernen, diese unterschiedlichen Lautäußerungen richtig einzuordnen und dementsprechend zu reagieren. Nach etwa 3 Monaten ist es erfahrungsgemäß für die Eltern oft leichter, die Hilferufe des Babys richtig zu interpretieren.
Wie sollten sich die Eltern verhalten ? Bloß nicht hektisch werden, wenn das Baby schreit. Unruhe, Angst, Wut übertragen sich nämlich schnell auf das Kind, verun- sichern es zusätzlich und das Schreien wird noch schlimmer !
Folgende Tipps und Maßnahmen können dazu beitragen, dass sich das Baby wieder wohlfühlt : Suchen Sie sofort die Ursache. Hunger, Hitze, Kälte oder eine volle Windel lassen sich schnell feststellen und sollten auch sofort behoben werden.
Nehmen Sie das schreiende Baby in die Arme, singen oder summen Sie und streicheln Sie es, denn in vielen Fällen beruhigt es sich schnell wieder. Man muss sich vergewissern, dass das Kind keine Schmerzen hat oder aufstoßen muss ! Schreit es (vor Schmerzen ?) dennoch über längere Zeit und hat es Fieber (Temperatur messen), muss Baby zum Kinderarzt.
Überprüfen Sie systematisch, welche Ursache für eine plötzliche Unruhe vorliegt :
- Hat das Kind Hunger oder Durst ? Überdenken Sie, ob die angebotene Nahrung noch altersgerecht ist oder ergänzt werden muss. Der junge Säugling gibt selbst den Rhythmus seiner Nahrungsaufnahme vor. Bei diesen jungen Kindern sind neben der Brust- oder Flaschenah- rung i.d.R. auch keine zusätzlichen Teegaben nötig. Eine Ausnahme bilden fiebernde Kinder, überhitzte Räume u.ä.
- Gibt es Blähungen oder Verdauungsstörungen ? Diese können dem Baby gerade in den ersten 3 Lebensmonaten schwer zu schaffen machen und starke Bauchschmerzen verursachen. Das Baby zieht dabei die Beine stark an und sein Bäuchlein bzw. Unterleib ist gespannt und fühlt sich hart an. Wenn Kinder an Blähungen leiden, können ganz unterschiedliche Ursachen dafür verantwortlich sein. Häufig treten Blähungen auf, wenn das Kind zuviel Luft geschluckt hat. Beim Trinken - ganz gleich ob an der Brust oder aus der Flasche – schlucken Babys immer Luft. Damit diese wieder entweichen kann, müssen fast alle Babys Saugpausen zum Aufstoßen einlegen. Fließt die Muttermilch in großen Mengen und zu schnell aus der Brust, muss das Kind hastig trin- ken und kann sich dabei leicht verschlucken. Erhält das Kind Flaschennahrung, ist auf die richtige Saugergröße zu achten. Durch zu kleine oder zu große Sauglöcher wird das Luftschlucken gefördert. Flaschenkindern machen häufig die Schaumblasen, die sich beim Durchschütteln der Fertignahrung bilden, zu schaffen. Diese Blasen lösen sich oftmals nicht richtig im Magen auf und verursachen Blähungen. Also die Flasche besser schwenken als schütteln.
- Ist die Windel benutzt ?
- Vielleicht ist das Kind nur müde ? Fast alle Babys fangen zu schreien oder quengeln an, wenn sie müde sind. Sie wissen noch nicht, was das "Schlafen" bedeutet und empfinden Müdigkeit gelegentlich als ein unangenehmes Gefühl, dass sie nicht einordnen können.
- Schwitzt das Baby ? Mit einem einfach Trick kann man leicht feststellen, ob es dem Baby zu warm ist - man steckt 2 Finger in den Halsausschnitt am Nacken. Fühlt sich die Haut dort warm oder feucht an, ist es dem Kind zu heiß. Erst wenn das Kind über 5 kg auf die Waage bringt, ist es gegenüber Temperaturschwankun- gen unempfindlicher und kann sich ihnen besser anpassen.
- Bekommt das Kind (wieder) ein Zähnchen ? Viele Eltern machen den Fehler, das unleidliche Verhalten ihres Kindes während dieser Monate ständig auf das Zahnen zurückzuführen. Andere Ursachen werden dann oftmals nicht in Erwägung gezogen. Aber starke Zahnungsschmerzen sind eher selten. Die Kinder empfinden meist nur das Kribbeln, das starke Spannungsgefühl oder den ungewohnten "Fremdkörper" als besonders unange- nehm und störend.
- Fühlt es sich einsam ? Möglich, denn Zuwendung und Geborgenheit sind für die seelische Entwicklung von größter Wichtigkeit.
- Das Kind ist krank ? Jedes anhaltende und ungeklärte Schreien ist auf eine Erkrankung verdächtig. In diesen Fällen - erst recht bei Fieber - muss eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
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