| Baby´s erste Wochen ( der Lesestoff soll keinesfalls den Arztbesuch ersetzen ) |
Einige allgemeine Tipps
- Überreizungen abbauen, wie z.B. dauerndes Stillen, zu heftiges Schaukeln, häufiger Per- sonen- oder Spielzeug-Wechsel "überfüttert" die Sinne Ihres Kindes
- Schlafen, Spielen und Spaziergänge sollten zu festen Tageszeiten stattfinden
- Festen Trinkrhythmus angewöhnen, dazwischen nur Tee
- Wenn Ihr Baby wach wird, sollte es nicht gleich gestillt werden. Versuchen Sie, es mind. eine Stunde hinzuhalten: Streicheln, Reden, Schnullern, Herumtragen, Wickeln, usw.
- Nach der Mahlzeit das Aufstoßen trainieren; beim Wickeln am warmem Platz leichte Bauchmassagen (ggf. Windsalbe verwenden)
- Herumtragen in der "Fliegerstellung", Füßchen mit Handteller festhalten, Babys Beinchen dabei in Beugestellung bringen (erleichtert Windabgang). Beachte: Herumtragen soll nur als Übergang helfen und nicht Dauergewohnheit werden
- Lässt sich das Ihr Baby innerhalb von 10 Minuten nicht beruhigen, will es alleingelassen werden. Lassen Sie es 10 - 15 Minuten allein im Bettchen, es braucht die Möglichkeit zu lernen, sich selbst zu beruhigen
- Vater und Mutter sollten sich im "Babydienst" abwechseln
Verlieren Sie nicht den Mut, wenn diese Tipps nicht sofort helfen. Eine Umstellung kann ca. 3-4 Tage dauern, ehe ein Erfolg sichtbar ist. Sollte dann noch keine Besserung eingetreten sein, braucht ihr Kind noch etwas Zeit. Versuchen Sie es vier Wochen später noch einmal.
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Hautpflege |
| Nabel | : | Üblicherweise fällt der Nabelschnurrest innerhalb von 10 Tagen nach der Geburt ab. Nabel bitte "luftig" halten (Windel nach unten einschlagen). Nabel nach dem Baden vorsichtig austrocknen. Verwenden Sie keinen Puder und keine Salben. Bei nässendem oder blutendem Nabel soll Baby zum Kinderarzt. |
| Schuppung | : | Die oberste Hautschicht schuppt sich nach der Geburt. Dies ist kein Zeichen einer zu trockenen Haut. Sollten Sie Cremes einsetzen, achten Sie darauf, dass diese keine Parfüm- oder Konservierungs- stoffe enthalten. Testen Sie die Verträglichkeit zunächst an einer kleinen Hautstelle (1cm x 1cm). |
Akneartiger Gesichtsausschlag | : | Ist ein natürlicher Vorgang in der 1. - 6. Lebenswoche infolge mütterlicher Hormone. Pflegemaßnahmen sind i.d.R. nicht erforderlich. |
| Milchschorf | : | (gelbe Verkrustungen) im Kopfbereich; hält häufig bis zum Abschluß des Haarwechsels an. Diese Hauterscheinungen sind natürlich. Manchmal deuten ausgeprägte Formen des Ausschlags auf eine Allergieentwicklung (Neurodermitis) - Baby muss zum Kinderarzt. |
| Windelbereich | : | Nur mit Wasser (ggf. mit seifenfreien Reinigungsmitteln) säubern. Auch Hautfalten und bei Mädchen die Falte zwischen den Schamlippen vorsichtig säubern. Öl sollten sie nur im Ausnahmefall zur Reinigung verwenden. Es fördert das Pilzwachstum und z.T. die Allergiebereitschaft. Nach dem Waschen den Windelbereich und die Hautzwischenfalten gut trocknen und Falten event. pudern. |
Beachten Sie bitte: Salben oder gar Fettsalben sind meist nicht nötig und führen insbesondere im Gesicht zu einer Verstop- fung der Hautporen. Nach Abfall des Nabelschnurrestes sollten Sie Ihr Kind alle 2-3 Tage mit einem leicht rückfettenden Badezusatz baden. |
Stillen (oder Flaschennahrung)
Während ein Baby in den ersten Wochen "nach Bedarf" an die Brust gelegt wird, sollten Sie in den ersten Lebensmonaten einen festen Rhythmus (Essen- und Schlafzeiten) mit Ihrem Kind erspüren und praktizieren. Üblicherweise trinkt ein Baby alle 3 - 4 Stunden an der Brust. Die Ruhezeit braucht es zur Verdauung und Entleerung. Während der ersten vier Stillmonate sollten sie möglichst nichts zufüttern. Zwischengaben von Tees (Fenchel-, Kümmel-, Kamille-Tee) sind dagegen - auch zur Beruhigung - erlaubt.
Wenn Sie zufüttern müssen oder nicht stillen können, sollten Sie zur Vermeidung einer Kuhmilchallergie eine allergenarme Milchnahrung mit dem Zusatz "H.A." (hypoallergen) verwenden. Mit einer derartigen Milch können Sie Ihr Kind während der ersten 6 Monate füttern, ohne das Mangelerscheinungen auftreten. Hat Baby kein erhöhtes Allergierisiko, dann sollten Sie während der ersten 6 Wochen eine "Pre"-Nahrung füttern, danach die Folgemilchen 1 und 2, bzw. Dauermilch. Mineralwasser aus der Flasche müssen Sie nicht abkochen, sondern nur zum Einrühren des Pulvers entsprechend erhitzen. Gegen den Einsatz der Mikrowelle spricht nichts, wenn Sie das Fläschchen vor dem Füttern zwecks gleichmäßiger Wärmeverteilung noch einmal schütteln. Bei bestehenden Allergien der Eltern ist eine kuhmilchfreie Nahrung, wie Stuten- oder Sojamilch zu empfehlen.
Schluckauf
Neugeborene besitzen ein recht kräftiges Zwerchfell zur "Bauchatmung". Dieses bildet sich in den ersten drei Monaten zurück, was naturgemäß von häufigeren Schluckauf-Zuständen begleitet wird, die i.d.R. von Ihrem Baby nicht als störend empfunden werden.
Spucken
Der Eingang der Speiseröhre zum Magen hin wird beim Baby bis zum 7.Lebensmonat noch nicht richtig abgedichtet. Es kommt häufig zum Spucken der Milch. Bei sonst gutem Gedeihen Ihres Kindes gilt der Spruch im Volksmund "Speikind = Gedeihkind". Sollte Ihr Baby dagegen jede Trinkmahlzeit in weitem Bogen spucken oder an Gewicht nicht zunehmen, muss Baby zum Kinderarzt.
Stuhlgang
Ein vollgestilltes Kind erhält durch die Muttermilch eine hochwertige Nahrung, die von der Mutter bereits vorverdaut wurde. Daher ist der Muttermilchstuhl kaum stinkend (von leicht süßlichem Geruch), gelblich und körnig (nicht braun und fest). Die Häufigkeit des Stuhlganges schwankt zwischen mehrmals täglich und einmal pro Woche. Dies ist bei ausschließlicher Muttermilchgabe normal und kein Zeichen für Verstopfung, also völlig unbedenklich. Bei der Umstellung von Muttermilch auf Flaschennahrung oder auch beim Wechsel der Milchen reagieren manche Kinder mit Verstopfung. Hier hilft ggf. die Zugabe von ¼ - 1 Teelöffel (je nach Wirkung) Milchzucker pro Flasche.
Schnupfen
"Schnupfen" ist ein häufiges Phänomen im Säuglingsalter. Das Baby stößt leicht Milch in die Nase auf, zudem ist der Nasenrücken noch sehr eng und zierlich und zudem können Säuglinge ihre Nase noch nicht freischneuzen. Die Nasenatmung muß jedoch ungehindert sein. Mit einer Lösung auf Rezept vom Kinderarzt können sie die Nase spülen und mit einem kleinen Nasensauger freisaugen.
Verklebte Augen
Manche Babys haben noch verengte Tränenwege, weshalb die Tränenflüssigkeit nicht ablaufen kann - die Augenlider können verkleben. Die verklebten Augen können Sie mit Fencheltee oder Augentrost-Lösung auswischen (von der Nasenwurzel hin zum äußeren Lidrand). Mit einer konsequenten Tränengangsmassage (Druck auf die inneren Lidkanten) können Sie den Heilungsprozess fördern - fragen Sie hierzu den Kinderarzt.
Schlaf
Baby soll nur in Rückenlage schlafen - bis es sich selber drehen kann (ab ca. 6. Lebensmonat). Verwenden Sie keine Kopfkissen (Erstickungsgefahr). Neugeborene haben noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus. Sie schreien aufgrund ihrer elementaren Bedürfnisse (z.B. Hunger, Durst, Schmerz, Angst, Überreizung, Langeweile).
Schreiunruhe / Nabelkoliken
Übermäßige Schreiunruhe - im Volksmund "Drei-Monats-Kolik" genannt - ist ein verbreitetes Phänomen unserer Zeit. Typischerweise beginnt die Schreiunruhe nach ca. einer Woche und hält dann mehr oder weniger heftig über drei Monate an, bis sie wieder spurlos und auch folgenlos verschwindet. Bei den Eltern löst das Schreien einen "Beschützer-Reflex" aus - sie möchten das Kind trösten. Das gelingt oft nur mit großen Mühen oder gar nicht. Manche Eltern spüren Frustration und machen sich sogar heimlich Vorwürfe, keine guten Eltern zu sein. Aus der Umgebung (Großeltern, Nachbarn, ...) häufen sich gut gemeinte Ratschläge und "todsichere" Erfolgstipps. Das Babyschreien ist jedoch oft anlagebedingt: so wie es pflegeleichte und absolut zufriedene Babys gibt, gibt es eben auch lebhafte, charakterstarke und neugierige Kinder. Dies führt in den ersten Wochen nicht selten zu Überreizung und inneren Verspannungen, die sich durch Schreien entladen müssen.
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