| Der HIPPOKRATISCHE EID im Wandel der Zeiten |
Nach Abschluss ihres Medizinstudiums bekennen sich die Ärztinnen und Ärzte mit einem Eid des Hippoktrates zu ihren Berufspflichen. Lesen Sie hier die nun schon fast 2.500 Jahre alte Eidformel sowie die aktualisierten Eide im Deutschland nach 1949.
Wer war dieser Hippokrates ? Hippokrates von Kos --- genannt der Zweite oder der Große, der berühmteste Arzt des Altertums und der erste, der eine wissenschaftliche Begründung der Heilkunde versuchte. Sohn des Heraklides, eines Priesterarztes auf der griech. Insel Kos. Hippokrates (460 - 377 v.u.Z.) war weit gereist und lange Zeit auf der Insel Thasos, in Abdera und in Thessalien aktiv. Hoch geachtet und fast göttlich verehrt starb er in Larissa. Die im Eid enthaltenen Arztpflichten sind noch heute allgemeingültig.
Der EID DES HIPPOKRATES : Ich schwöre, Apollon den Arzt und Asklepios und Hygieia und Panekeia und alle Götter und Göttinnen zu Zeugen anrufend, dass ich nach bestem Vermögen und Urteil diesen Eid und diese Verpflichtung erfüllen werde:
- den, der mich diese Kunst lehrte, meinen Eltern gleich zu achten, mit ihm den Lebensunterhalt zu teilen und ihn, wenn er Not leidet, mitzuversorgen;
- seine Nachkommen meinen Brüdern gleichzustellen und, wenn sie es wünschen, sie diese Kunst zu lehren ohne Entgelt und ohne Vertrag;
- Ratschlag und Vorlesung und alle übrige Belehrung meinen und meines Lehrers Söhnen mitzuteilen, wie auch den Schülern, die nach ärztlichem Brauch durch den Vertrag gebunden und durch den Eid verpflichtet, sonst aber niemandem.
- Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht.
- Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten.
- Auch werde ich nie einer Frau ein Abtreibungsmittel geben.
- Heilig und rein werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren.
- Auch werde ich den Blasenstein nicht operieren, sondern es denen überlassen, deren Gewerbe dies ist.
- Welche Häuser ich betreten werde, ich will zu Nutz und Frommen der Kranken eintreten, mich enthalten jedes willkürlichen Unrechtes und jeder anderen Schädigung, auch aller Werke der Wollust an den Leibern von Frauen und Männern, Freien und Sklaven.
- Was ich bei der Behandlung sehe oder höre oder auch außerhalb der Behandlung im Leben der Menschen, werde ich, soweit man es nicht ausplaudern darf, verschweigen und solches als Geheimnis betrachten.
Wenn ich nun diesen Eid erfülle und nicht verletze, möge mir im Leben und in der Kunst Erfolg zuteil werden und Ruhm bei allen Menschen bis in ewige Zeiten; wenn ich ihn übertrete und meineidig werde, das Gegenteil.
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Der Eid des Hippokrates in der DDR (bis 1990: "Absolventengelöbnis") :
In hoher Verpflichtuing gegenüber der sozialistischen Gesellschaft und ihren Bürgern, eng verbunden mit der Deutschen Demokratischen Republik, meinem Vaterland, gelobe ich :
- all mein Wissen und alle Kraft für das körperliche und geistige Wohlbefinden des Menschen sowie für die Heilung und Verhütung von Krankheiten voll einzusetzen;
- stets bereit zu sein, medizinische Hilfe zu leisten, meine ärztlichen Aufgaben gewissenhaft zu erfüllen, mich dem Patienten gegenüber aufmerksam zu verhalten, ihm Sorge angedeihen zu lassen und das Arztgeheimnis zu wahren;
- ständig meine medizinischen Kenntnisse und mein ärztliches Können zu vervollkommnen und mit meiner Arbeit zur Ent- wicklung der medizinischen Wissenschaft und Praxis beizutragen;
- alle Vorzüge der sozialistischen Gemeinschaftsarbeit bewusst zu nutzen, im Interesse des Patienten meine Berufskollegen zu Rate zu ziehen und ihnen selbst niemals Rat und Hilfe zu verweigern;
- die edlen Traditionen der Medizin meines Landes zu wahren und weiterzuentwickeln und mich in allen meinen Handlungen von der hohen Berufung des Arztes und seiner Verantwortung gegenüber dem Volk und dem sozialistischen Staat leiten zu lassen.
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Ich erkläre feierlich, dieses Glöbnis mein Leben lang treu zu erfüllen.
Der Eid des Hippokrates in der BRD um 1950 :
Das "Genfer Gelöbnis", auch als « Serment d'Hippocrate, Formule de Geneve » bezeichnet, wurde 1948 vom Weltärztebund in Genf formuliert :
Im Zeitpunkt meines Eintritts in den ärztlichen Beruf verpflichte ich mich feierlich, mein Leben dem Dienste der Menschheit zu weihen.
- Ich werde meinen Lehrern die schuldige Achtung und Dankbarkeit wahren.
- Ich werde meinen Beruf gewissenhaft und würdig ausüben.
- Die Gesundheit meines Patienten wird meine erste Sorge sein.
- Ich werde das Geheimnis dessen, der sich mir anvertraut, wahren.
- Mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln werde ich die Ehre und die stolzen Überlieferungen des Ärzteberufes aufrechterhalten.
- Meine Kollegen sollen meine Brüder sein.
- Ich werde es nicht zulassen, daß sich religiöse, nationale, rassische Partei- oder Klassengesichtspunkte zwischen meine Pflicht und meine Patienten drängen.
- Ich werde das menschliche Leben von der Empfängnis an bedingungslos achten.
- Selbst Drohungen werden mich nicht dazu bringen, meine ärztlichen Kenntnisse entgegen den Pflichten gegenüber der Menschheit anzuwenden.
Ich gelobe dies feierlich, frei und auf meine Ehre.
Der Eid des Hippokrates in der jetzigen Bundesrepublik Deutschland :
Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.
- Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben.
- Die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit meiner Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein.
- Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren.
- Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten und bei der Ausübung meiner ärztlichen Pflichten keinen Unterschied machen weder nach Religion, Nationalität, Rasse noch nach Parteizugehörigkeit oder sozialer Stellung.
- Ich werde jedem Menschenleben von der Empfängnis an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden.
- Ich werde meinen Lehrern und Kollegen die schuldige Achtung erweisen.
Dies alles verspreche ich feierlich auf meine Ehre.
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