| Selbsthilfe-Sofortmaßnahmen bei Durchfall( der Lesestoff soll keinesfalls den Arztbesuch ersetzen ) |
Vorwort
Bei Kindern ist der Durchfall eine häufige Erscheinung.
Von einer Durchfallerkrankung spricht man bei älteren Kindern, wenn mehr als 3 dünne Stuhlgänge und bei Säuglingen, wenn mehr als 5 dünne Stuhlgänge am Tag beobachtet werden.
Akute Durchfallerkrankungen werden meist durch verschiedene Bakterien und Viren verursacht. Oft geht dem eigentlichen Durchfall eine ½ - 1½-tägige Fieberphase mit Bauchschmerzen und oft auch Erbrechen voraus.
Bei blutigem Durchfall - ein Hinweis auf eine schwere Erkrankung - soll das Kind rasch dem Kinderarzt vorgestellt werden.
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Ein Durchfall kann gefährlich werden
Beim Durchfall verliert das Kind viel Wasser und wichtige Mineralstoffe w.z.B. Natrium und Kalium.
Hält der Durchfall länger als einen Tag an, kann der kindliche Körper schnell austrocknen. Vor allem bei zusätzlichem Erbrechen, hohem Fieber und schlechtem Trinkverhalten führt der starke Verlust von Flüssigkeit und Mineralstoffen sehr schnell zur Austrocknung. Oft verliert das Baby in den ersten 6 Stunden einer Durchfall-Erkrankung 5 - 10% seines Gesamt- gewichtes !
Die typischen Zeichen einer drohenden Austrocknung sind trockener Mund, weiße Haut, Schläfrigkeit und tiefe Atmung durch den Mund. Zudem wird wenig Urin ausgeschieden.
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Viele Ursachen können Durchfall bewirken
Zeigt das Kind keine weiteren Symptome, dann hat es vielleicht ein bestimmtes Nahrungsmittel nicht gut vertragen. Auch zuviel Obst kann Durchfall bewirken.
Hat das Kind zum Durchfall auch noch Fieber und Erbrechen, muss man mit einer Magen-Darm-Infektion rechnen, die durch Bakterien oder Viren verursacht wird.
Häufig ist Durchfall auch eine typische Begleiterscheinung bei Erkältungen oder einer Mittelohrentzündung oder anderen fieberhaften Infekten. Mehrfach auftretende, übelriechende, fettglänzende und massig ungeformte Durchfälle können auch eine angeborene Stoffwechselstörung anzeigen.
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Der Durchfall beginnt
Meistens kündigt sich der Durchfall durch typische Symptome an :
Das Kind hat plötzlich keinen Appetit mehr und neigt zum Erbrechen. Sein Gewicht nimmt nicht mehr zu oder sinkt sogar. Haut, Muskeln, der ganze Körper fühlen sich schlapp an, manchmal steigt auch die Temperatur leicht. Der Stuhl kommt zu flüssig, zu oft und in ungewöhnlichen Mengen. Da er zunehmend sauer ist, wird der Po häufig wund. Das Kind ist unruhig, schreit viel und schläft schlecht.
Babys Windelinhalt ist bei Durchfall wässrig, leicht schäumend und übelriechend, die Farbe gelblich oder grünlich.
Bei einem Brustkind ist völlig normal, dass es am Anfang bis zu fünfmal am Tag Stuhlgang hat. Wichtig ist nur, daß es gut gedeiht. Selbst grüner Stuhl ist beim Brustkind kein Zeichen für eine Krankheit.
Wenn die Mutter jedoch zuviel Obst isst oder raucht, kann es beim Brustkind ebenfalls zu Durchfall kommen.
Auch nach der Stillzeit können gelegentlich Fehler in der Ernährung zu Durchfall beim Kind führen. Wenn falsche oder falsch zubereitete Kost des Babys nicht den Fähigkeiten seines Verdauungstrakts entspricht, gelangt ein Teil der Nahrung unverdaut in den Darm. Dort wird sie durch Bakterien abgebaut. Kohlenhydrate beginnen zu gären, Eiweiß zu faulen. Beides führt dann oft zu Durchfall.
Die wichtigsten Ursachen von Durchfällen sind jedoch Infektionen.
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Wann sollten Sie mit Ihrem Kind zum Kinderarzt ?
Ein Durchfall ist umso gefährlicher, je jünger das Kind ist. Damit das Kind in keine lebensbedrohliche Situation geraten kann, sollte der Kinderarzt besucht werden, wenn
- ein Baby seit 6 Stunden
- ein Kleinkind seit 12 Stunden
- ein Schulkind seit 18 Stunden Durchfall hat.
Bei Durchfall mit Schmerzen im Bauch bzw. Unterleib sowie bei hohem Fieber muss das Kind umgehend vom Kinderarzt untersucht werden.
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Selbsthilfe-Sofortmaßnahmen
Denken sie stets daran, dass eine Durchfallerkrankung fast immer ansteckend ist. Über die Hände des Kindes und auch über die Hände der Eltern, welche die Windeln wechseln, können die Erreger auf andere Personen übertragen werden.
Damit nicht bald die ganze Familie krank ist, sollten Sie bei Durchfall sorgfältig die Hände mit einer Alkohollösung (z.B. Sagrotan oder Sterilium; gibt es in Drogerien oder Apotheken) desinfizieren.
Hat der Durchfall keine der oben beschriebenen Begleiterscheinungen, so muss das Kind nicht sofort zum Arzt.
Gestillte Kinder werden weiter nach Bedarf gestillt. Zwischen den Stillmahlzeiten werden Rehydratationslösungen (z.B. GES 60) oder Tee gegeben.
Flaschenernährte Kinder erhalten in den ersten 6 - 10 Stunden des Durchfalls ausschließlich und möglichst viel Rehydratationslösung bzw. Tee. Je mehr das Kind trinkt, desto geringer ist die Gefahr der Entwässerung.
Ein Säugling sollte pro Kilogramm Gewicht ca. 150 ml Flüssigkeit zu sich nehmen, also z.B. bei 6 kg Gewicht des Kindes ca. 900 ml Flüssigkeit. Dazu sollten Sie bei Durchfall auch hartnäckig sein und Ihrem Kind immer wieder die Flasche anbieten. Sollte das Kind das Trinken total verweigern, so muss es dem Kinderarzt vorgestellt werden.
Nach 6-10 Stunden erhalten flaschenernährte Säuglinge ihre gewohnte Säuglingsnahrung, aber in verdünnter Form. Man beginnt mit 1 Teil normal zubereiteter Säuglingsnahrung verdünnt mit 2 Teilen abgekochtem Wasser. Im Laufe von 2 Tagen wird die Säuglingsnahrung immer weniger verdünnt, bis der Säugling wieder seine gewohnte Nahrung erhält.
Sollten Erbrechen oder Durchfall dabei wieder zunehmen, dann muss die Nahrung wieder mehr verdünnt werden.
Säuglinge, die schon feste Nahrung gewöhnt sind, können Sie ab dem 2. Tag eine zerdrückte Banane anbieten.
Kleinkinder, ältere Kinder und auch Erwachsene erhalten nach dem Flüssigkeitsersatz mit Tee (oder Rehydratationslösung je nach Alter und Schweregrad des Durchfalls) frühzeitig altersgemäße Nahrungsmittel.
Besonders bewährt haben sich : geriebener Apfel, Banane, Möhrensuppe, Zwieback, Toast oder Reis.
Bitte geben Sie keine süßen Speisen oder Getränke (wie z.B. Schokolade oder Cola) oder fetthaltige Speisen (wie z.B. Pommes frites). Auch Milchprodukte sollten Sie eher meiden. Alle diese Nahrungsmittel verschlimmern nur den Durchfall !
Auch Antibiotika sind bei den meisten Durchfallerkrankungen wirkungslos und verstärken oft noch den Durchfall.
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Keine Hungerkur wegen Durchfall !
Früher empfahlen die Ärzte bei Durchfall zunächst eine Teepause und anschließend eine strenge Diät.
Begründung : Die Aufnahmefähigkeit des Darms sei durch den Durchfall gestört, das Essen werde also nicht so leicht verdaut und deshalb könne zuviel davon den Durchfall verlängern.
Heute müssen Kinder nicht mehr hungern, im Gegenteil - sie sollen unbedingt weiter ernährt werden. Gestillte Babys dürfen parallel zum Flüssigkeitsersatz weiter nach Bedarf angelegt werden.
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Die wichtigste Sofortmaßnahme ist das Trinken einer Elektrolytlösung (Traubenzucker-Kochsalz-Mineral-Lösung).
Selbstherstellung : 7 TL Traubenzucker + 1 TL Kochsalz auf 1 Liter Wasser (evt. etwas Fruchtsaft für den Geschmack)
Dosierung : ungefähr 50 - 100 ml je kg Körpergewicht über 6 Stunden verteilt. Bei Erbrechen muss darauf geachtet werden, dass die Trinklösung in häufigen und sehr kleinen Portionen ( teelöffelweise) und kalt verabreicht wird.
Anschließende Diät :
Gestillte Säuglinge werden weitergestillt.
Flaschenernährte Säuglinge (unter 6 Monaten) erhalten ihre gewohnte Milchnahrung oder eine sogenannte Heilnahrung mit Karotten-Reisschleim 1:1 verdünnt und nach 1 - 2 Tagen in normaler Konzentration mit anschließendem Übergang auf die gewohnte Kost.
Ältere Kinder können erhalten wahlweise : Zwieback, Toast, Reisschleim, Karottensuppe, Banane, magere Brühsuppe, geriebenen Apfel, Kartoffelbrei auf Wasserbasis, Magerquark.
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Diät - Varianten
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| 5% Reisschleim | : | in 100 ml Wasser 2 Teelöffel Reismehl einrühren und aufkochen. |
| Möhrensuppe | : | 500 g Möhren in 1 L Wasser garkochen , pürieren, wieder auf 1 Liter auffüllen und 3 g Kochsalz zugeben. |
| Apfelreisschleim | : | 100 ml Reisschleim (5%) + 100 g geriebene Äpfel + 2 Teelöffel Traubenzucker. |
| Bananenzwiebackbrei | : | 100 g Zwieback in Tee auflösen und daraus einen Brei herstellen. Dazu eine geschlagene Banane geben. |
| Kartoffelquarkbrei | : | 150 g Kartoffelbrei mit Wasser anrühren. Dazu 50 g Magerquark und eine Prise Salz geben. |
| Brühreis | : | Reis und Suppengrün mit einer Prise Salz kochen. Mageres Fleisch hinzufügen. Brühe gesondert zubereiten. |
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