Selbsthilfe-Sofortmaßnahmen bei Atemnot( der Lesestoff soll keinesfalls den Arztbesuch ersetzen )
Bei Atembeschwerden des Kindes können zahlreiche Ursache vorliegen. Häufig handelt es sich um eine Erkältung, Bronchitis oder eine andere Atemwegserkrankung wie Asthma, Krupphusten oder Lungenentzündung. Aber auch Insektenstiche, ver-
schluckte Gegenstände können eine akute Atemnot hervorrufen.
Im Kleinkindalter halten manche Kinder vor Schmerz, Zorn oder Wut den Atem an. Bei älteren Kindern können Angstzu-
stände eine panikartige Atemnot auslösen.

Welche allgemeinen Sofortmaßnahmen können helfen ?
Eine der wichtigsten Maßnahmen ist, dass die Eltern Ruhe bewahren und versuchen das Kind zu beruhigen, denn Herzklopfen, Erstickungsangst und Unruhezustände können die Atembeschwerden noch verschlimmern.
Damit das Kind so schnell wie möglich wieder ausreichend Luft bekommt, muss man mit verschiedenen Maßnahmen helfen:
- Feuchtwarme Luft erleichtert dem Kind das Atmen. Z.B. kann man heißes Wasser in die Badewanne einlaufen lassen, damit
  Dampf entsteht, dabei sich mit dem Kind neben die Wanne setzen und es den Dampf tief einatmen lassen (Kind halten !!).
- Alternativ kann man das Kind vor einen offenen Kühlschrank setzen, denn auch kühle, feuchte Luft lindert die Atemnot.
- In der kühlen Jahreszeit wirkt – vor allem bei Pseudokruppanfällen – die kühle feuchte Nachtluft lindernd. Gehen Sie mit
  dem Kind ans geöffnete Fenster oder ins Freie. Dass es sich erkälten könnte, ist jetzt unwichtig.
- Hat sich das Kind wieder beruhigt, sollte man ihm etwas Kühles zum Trinken geben.
- Ist die Atemnot vorüber, sollte man mit dem Kind an die frische Luft gehen.
Bei schwerer Atemnot muss sofort ein Arzt (oder Notarzt Tel. 112) gerufen werden.

Sofortmaßnahme bei verschlucktem Gegenstand
Eine plötzliche Atemnot innerhalb weniger Sekunden aus dem Spiel heraus erfolgt meistens durch das Verschlucken eines Fremdkörpers (z.B. kleine Plastikbausteine, Inhalte der Überraschungseier, Murmeln, Münzen, Nüsse, Wurststücke u.ä.).
Gelangt der Fremdkörper in die Atemwege, so kommt es zwangsläufig zu starkem Hustenreiz, pfeifenden Atemgeräuschen, Erstickungsangst und eventuell Blauverfärbung. Das Kind verschluckt sich, fasst sich an den Hals, würgt und kann nicht schreien. Größere Fremdkörper können sogar zu Atemstillstand führen.
Als Soforthilfe - Maßnahmen gelten :
- Bekommt das Kind noch ausreichend Luft, dann beruhigen Sie es.
  Fordern Sie es auf zum Husten und rufen Sie dabei den Notarzt Tel. 112 an.
- Wenn es nicht hustet und blau anläuft, dann müssen Sie schnell handeln, während eine dritte Person den Notarzt Tel. 112
  anruft :
  A) Einen Säugling sofort mit dem Gesicht nach unten auf Hand und Unterarm legen. Mit der anderen Hand werden 4 - 6
      kräftige Schläge auf den oberen Rücken (zwischen den Schulterblättern) gegeben.
  B) Ein Kleinkind wird mit dem Kopf und Gesicht nach unten über das Knie gelegt und ebenso behandelt. Wenn der Erfolg
      ausbleibt, Brustkorb von hinten umgreifen und zusammendrücken oder kräftiges Drücken auf die untere Brustbeinhälfte
      - wie bei einer Herzmassage (eventuelle Folgeschäden sind nicht so schlimm wie ein Ersticken).
  Vorsicht : A) und B) dürfen Sie nicht durchführen, wenn Ihr Kind noch ausreichend Luft bekommt, da sonst die Gefahr
  besteht, dass der Fremdkörper an eine noch ungünstigere Stelle verrutscht und sich die Situation verschlimmert.

Auch wenn ein weniger dramatisches Verschlucken vorliegt, sollte das Kind bei anhaltendem Husten auf jeden Fall zum Arzt. Nach dem Verschlucken kleinerer Fremdkörper kann der Husten sogar wieder nachlassen, obwohl das Teil noch im Luftweg liegt. Es besteht dann die Gefahr einer chronischen Bronchien-Schädigung - eine Klinikeinweisung ist erforderlich.

Oft gelangt der Fremdkörper jedoch nicht in die Atemwege, sondern in die Speiseröhre (z.B. ein Bonbon). Wesentlicher Unterschied ist, daß nach Überwinden des anfänglichen Hustens, die Atmung frei bleibt und nur ein Schmerz hinter dem Brustbein oder im Hals angegeben wird. Obwohl dies weniger bedrohlich ist, sollte ärztliche Hilfe umgehend erfolgen.

Vorbeugend sollten Sie (und die anderen Verwandten) Ihrem Kind bis zum Alter von 5 - 6 Jahren keine Nüsse und schwer auflösbare Süßigkeiten sowie kein kleines (verschluckbares) Spielzeug geben !

Pseudokrupp - Anfall
Typische Anzeichen :
- Pfeifendes Atemgeräusch beim Einatmen, bellender Husten
- oft Erkältungsanzeichen wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Fieber

Sofortmaßnahmen :
- Keine Hektik ! Beruhigen Sie Ihr Kind, damit es nicht schlimmer wird.
- Gehen Sie mit Ihrem Kind an das geöffnete Fenster und lassen Sie es frische, kühle Luft einatmen oder gehen Sie mit ihm
  ins Freie.
- Oder drehen Sie im Bad kaltwasserseitig die Dusche auf und lassen Sie die feuchte, kühlere Luft einatmen.
- Wenn Ihr Kind schon Pseudokrupp-Anfälle hatte, geben Sie ihm ein Kortisonzäpfchen in der verordneten Dosis.

Zum besseren Verständnis :
Pseudokrupp ist eine Atemwegserkrankung, bei der die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder ent-
zündet und angeschwollen ist. Dadurch sind die Atemwege verengt, es kann eine starke Atemnot entstehen, die einen anfall-
artigen Husten (Krupphusten) auslöst und für das Kind lebensbedrohlich werden kann.
Unter Pseudokrupp-Anfällen leiden vorwiegend Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen 18 Monaten und 5 Jahren. Bei älteren Kindern kommt es selten zu lebensgefährlichen Hustenattacken, da Kehlkopf und Luftröhre stärker geweitet sind.
Laut Statistik sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen und dicke Kinder öfter als schlanke. Zudem treten Pseudokrupp-Anfälle in den Herbst- und Wintermonaten deutlich häufiger auf als im Frühjahr oder Sommer.

Insektenstich in Mund
Typische Anzeichen :
- Das Kind schreit beim Essen oder Trinken plötzlich auf, fasst sich an der Hals, würgt und hustet.

Sofortmaßnahmen :
- Ist das Insekt noch im Mund, fordern Sie das Kind auf, es auszuspucken.
- Rufen Sie den Notarzt Tel. 112 an. Zeigen Sie ihm das getötete Insekt.
- Lassen Sie das Kind Eis oder Eiswürfel lutschen. Legen Sie ihm kalte Tücher um seinen Hals.